Liebe Gemeindeglieder,


zwischen den Sonntagen Rogate ( Betet ! - 06.05.18) und Exaudi (Herr höre meine Stimme! - 12.05.18) also in einer Kirchenjahreszeit in der es um das Gespräch mit Gott geht, fiel auch die sog. Weltgebetswoche der Christen oder auch ökumenische Gebetswoche genannt.

Beten will und kann man für unsere Einheit, Fürbitte halten für verfolgte Gemeinden, verbunden sein mit Minderheitskirchen oder Kirchen in Not. Zurzeit schauen wir ja verstärkt in die islamische Welt und sehen, wie es dort überhaupt keine Einheit gibt, wie sich verschiedene muslimische Strömungen bekämpfen, gar bekriegen. Wir können es manchmal gar nicht verstehen, wieso dort manches so sehr weit auseinander ist und die Religion scheinbar überhaupt kein verbindendes Element ist.

In unsere Vergangenheit war das ja auch mal so, vielleicht, es ist zu hoffen, haben wir ein Stück dazu gelernt, und können doch immer wieder ganz verschiedene Strömungen beieinander behalten. Und so sind Bündnisse wie die ACK ( Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirche) entstanden, in der sich die großen christlichen Kirchen verpflichtet haben z.B. die Taufen der anderen anzuerkennen und sich trotz unterschiedlicher Akzente als Einheit zu verstehen, eine Einheit in Vielfalt. Und nach wie vor bin ich dankbar, dass wir hier in Bad Dürrheim auch eine christliche Einheit zusammen mit der Katholischen Kirchengemeinde und der Christlichen Evangeliumsgemeinde leben können.

In der evangelischen Tradition spielt immer schon die Freiheit und der persönliche, individuelle Glaube eine starke Rolle, die Kirche hat nicht die bindende Kraft wie in anderen Denominationen. Und so gibt es innerevangelisch schon immer verschiedene Strömungen - Lutheraner und Reformierte, Calvinisten, Baptisten, später Pietisten, Methodisten oder Evangelikale. In den letzten Jahrzehnten sind so, auch in unserer Region, viele Freikirchen entstanden, sodass man manchmal den überblick verliert und es faktisch manchmal überhaupt kein Miteinander mehr gibt. Entwicklungen, die ich auch für kritisch halte.Auf einen zweiten Blick denke ich, sieht es mit der Einheit und der ökumene der Christen gar nicht so gut aus, jeder macht halt so seins, und von vielen Kirchen in der Welt, die zum Teil unter ganz schrecklichen Bedingungen existieren müssen - kürzlich gab es ja wieder in Indonesien schlimme Anschläge auf Kirchen - wissen wir gar nichts und interesseiern uns leider auch manchmal wenig für Brüder und Schwestern in schwieriger Situation.


Weltgebetswoche, im Gebet füreinander einstehen, bleibt wichtig. Einmal, weil man dann zumindest ein wenig anfängt über den Tellerrand zu schauen und an die anderen zu denken, und wenigstens im Gebet mit ihnen verbunden ist.

Aber natürlich darf das Gebet nicht alles sein. Für Einheit muss man sich auch immer wieder aktiv einsetzen: Das gemeinsame wollen, nicht überheblich sein, andere und andere Arten christlichen Glauben zu leben nicht abwerten, Kontakte aufrechterhalten und suchen, Gottesdienste miteinander feiern und anderes mehr.

Einheit ist etwas wichtiges, das man auch nicht unterschätzen darf. Schnell ist sie verloren.

Nun liegt Pfingsten vor uns. Der Geburtstag der Kirche. Zumindest das bleibt, wir haben eine gemeinsame Wurzel, und die gemeinsamen Elemente, die damals entstanden sind und Kirche wie auch immer sie in konkreten Formen lebt, verbindet. Wir sprechen hier in unserer Gemeinde in Anlehnung an Apostelgeschichte 2 gerne vereinfacht von den 5 B's:


- Bibellesen
- Beisammen sein
- Brot brechen
- beten
- Barmherzigkeit üben.

Diese Elemente verbinden alle christlichen Gemeinden und können Einheit Stichwort, um den Veränderungen hier bei uns zu begegnen.

Gerne lade ich ein, neben anderen Themen, auch in dieser Richtung mitzudenken und natürlich auch bei den entsprechenden Veranstaltungen mit dabei zu sein, zu denen ich hiermit alle einlade.


Sonntag 15. Juli: Gottesdienst ( 10.00 Uhr, Johanneskirche) mit anschließender Gemeindeversammlung
Mittwoch 18. Juli: öffentlicher Empfang mit Vertretern der Stadt.
Sonntag 22. Juli: Gemeinsamer Abschlussgottesdienst um 10.00 Uhr in der Johanneskirche zusammen mit den Gemeinden aus öfingen und Oberbaldingen.


Schön wäre, wenn auch da etwas von unserer christlichen Einheit sichtbar wird.


Ihr Gemeindepfarrer Bernhard Jaeckel

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