Dem König aller Könige und Herren aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht.1. Tim 6, 15+16

 

Liebe Gemeindeglieder,


auf diesen Wochenspruch von Anfang November fiel mein Blick nach ein paar Tagen Urlaub in Dijon im Burgund, in einer Stadt, die auch den Beinamen: "Stadt der hundert Kirchtürme" trägt.

Eine Stadt und eine Region, in der eine mittelalterliche Hochzeit der Kirche noch ganz greifbar ist. Riesige Kirchen und Kathedralen auch im Umland und selbst in kleinen Orten mehrere noch aktive Klöster.

Auch das für das mittelalterliche Klosterleben wichtige Cluny, wo man um 1000 erfolgreich die alten Klosterideale der Benediktiner wieder neu belebte, ist nicht weit entfernt. Kirchengeschichtlich eine sehr wichtige Region, wie ich lernte.

Die Kirchen und sakralen Bauten beeindrucken. Höchste Baukunst, und nur das Bestmögliche künstlerischer Ausgestaltung jener Zeit, reich verziert, vieles vergoldet. Und vor allem in jeglicher Hinsicht riesig und groß dimensioniert.

Damit war negativ sicher immer wieder auch Selbstdarstellung und Machtanspruch verbunden, aber eben auch positiv ein äußerer Ausdruck dafür, daß man Gott die Ehre gab. Nur das Beste und Schönste und Größte für Gott und für den Herrn der Herren, Jesus Christus. Man machte etwas sichtbar vom Königtum und ein wenig auch von der Unsterblichkeit unseres Gottes.

Nun liegt wieder die Advents- und Weihnachtszeit vor uns. Die biblischen Formulierungen aus dem Timotheus Brief könnten auch in den Liedern dieser Zeit stehen. Wir bedenken und besingen die Menschwerdung Gottes, den König aller Könige, der als Kind zu uns kam, denken an das "Ehre sei Gott in der Höhe" der Engel, als auch daran, daß er kam, um den Tod zu besiegen. All das soll uns ja auch zu einer Haltung der Anbetung und des Lobes über die Größe unseres Gottes führen. Den Herrn der Herren jedenfalls werden wir in den nächsten Gottesdiensten wieder ganz bewußt in den Mittelpunkt stellen. Und damit stellt sich auch die Frage, wie wir ganz persönlich Gott innerlich und äußerlich "die Ehre geben" und wie das sicht- und wahrnehmbar wird.

Nun kommt Christus ja als kleines Kind in die Welt und gerade nicht in einem Palast und Prunkbau, was ja manches äußerliche kritisch hinterfragt.

Das haben unserer reformatorischen Väter sehr bewußt gegenüber einer Kirche, die zu sehr an der äußern Pracht und am Geld hing, deutlich gemacht. Aber es bleibt trotzdem wichtig, daß wir die Haltung der Anerkennung der Größe Gottes, die Anbetung des Herrn der Herren nicht vergeßen und pflegen, in welcher Form auch immer. Dazu lädt jedenfalls die vor uns liegende Kirchenjahreszeit ein.

Auch in unseren Gottesdiensten, zu denen ich sie wieder herzlich einlade, soll es Platz haben.


Ihr Gemeindepfarrer Bernhard Jaeckel

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